Tadelakt (gesprochen Tade-lakt) ist eines unserer beliebtesten Betätigungsfelder. Von unserem Lieferanten KREIDEZEIT nach Deutschland gebracht, gehörten wir zu den Ersten überhaupt, die auf dem Kontinent mit diesem tollen Baustoff in Berührung kamen. Somit waren wir quasi Verarbeiter der ersten Stunde und gehören heute dem Arbeitskreis der Tadelakt-Verarbeiter an, welcher sich in regelmäßigen Abständen trifft, und es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch intensiven Erfahrungsaustausch sowie gemeinsame Projekte die Tadelaktverarbeitung in Europa zu optimieren.
Tadelakt ist ein antiker Kalkputz aus Nordafrika, genauer aus den Maghrebländern, dem damaligen Punien. Dieses Gebiet umfasst heute die Länder Tunesien, Algerien und Marokko. Entwickelt wurde er zunächst zur Abdichtung der Wasserzisternen, später wurde er auch für die damaligen dortigen Badehäuser, die Hammams genutzt. Auf Grund seiner glatten und edlen Oberfläche fand er dann auch seinen Weg in Sultanspaläste und Herrenhäuser.
Er ist in verarbeiteter Form ein wasserfester, fast wasserdichter Putz, der sich v.a. durch seine besondere Optik auszeichnet. Tadelakt ist insoweit wasserdicht, das man damit auch Waschbecken, Duschen und Badewannen gestalten kann. Er eignet sich insbesondere im Naßbereich als Alternative zu Fliesen, entweder im Spritzbereich des Bades oder im Küchenbereich beispielsweise über der Arbeitsplatte. Außerdem kann er als Putz jeder organischen Form folgen, was bei Fliesen so nicht gegeben ist, ein Fugenraster entfällt ebenso.
Tadelakt ist zwar wasserfest, dennoch aber diffusionsoffen, d.h. Es schließt nicht gegenüber Luftfeuchtigkeit. So kann er beispielsweise in Verbindung mit einem Lehmputz als Untergrund ausgleichend auf das Raumklima wirken. Gerade im Bad mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit und der damit
einhergehenden Schimmelgefahr ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Tadelakt kann beliebig eingefärbt werden, auch können Muster oder Farbverläufe mit mehreren Farbtönen realisiert werden. Der Fantasie sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt. So lassen sich Wandflächen ganz individuell gestalten und auf das Interieur abstimmen. Auch durch nachträgliches Eiinstreuen von Pigmentpulver in den noch feuchten Putz an der Wand können Muster oder Farbspiele verwirklicht werden. Ebenso sind z.B. das Auskratzen von Reliefs oder das Nacharbeiten mit eingefärbter Glätteseife möglich.
Tadelakt ist jedoch sehr aufwändig zu verarbeiten, was ihn für den Selbstbau nur bedingt eignen lässt. Zunächst wird ein Grundauftrag erstellt, auf den ein weiterer Auftrag folgt. Dieser wird dann mit einem geschliffenen Stein in kleinen, kreisenden Bewegungen verrieben. Dies hat zwei Effekte:
Dei Poren werden geschlossen, wodurch sich seine Wasserfestigkeit ergibt und der Putz beginnt bei mehrmaligen “polieren” mit dem Stein zu glänzen.
Während der Putz noch in der Aushärtungsphase ist, wird bevorzugt eine Seife aus schwarzen Oliven mit einem Pinsel oder Sprüher auf den Putz aufgetragen, die mit dem Kalk chemisch zu einer alkalischen Seifenlaugen-Schutzschicht reagiert, die kleinste Poren verschließt und zusätzlichen Glanz verleiht. Dadurch bekommt er seinen edlen und einzigartigen Charme, dem immer mehr Menschen erliegen.